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Apr
08

KPV Eichsfeld

EICHSFELD 2020

DIE REGION WEITER DENKEN

VG LINDENBERG / EICHSFELD

Von Krystof Gregosz

Am 18.03.2013 fand eine Diskussionsveranstaltung zur regionalen Entwicklung der Verwaltungsgemeinschaft Lindenberg/Eichsfeld statt. Gäste des Forums in der Bildungsstätte des Grenzlandmuseums Teistungen waren der Generalsekretär der CDU Thüringen MdL Dr. Mario Voigt, MdL Gerold Wucherpfennig, der KPV-Kreisvorsitzende Eichsfeld und VG-Vorsitzende Horst Dornieden sowie der Chef der ansässigen, weltweit  produzierenden Fa. McAirlaids Alexander Maksimow.

Der Abend war mit Hilfe der KPV Eichsfeld von den Vorsitzenden der CDU-Ortsverbände in der Verwaltungsgemeinschaft vorbereitet worden. Dazu hatte man im Vorfeld 2.500 Flyer in den Orten der VG verteilt. Auf einem Abschnitt der Wurfsendung konnten die Bürger für ihre kommunalen Mandatsträger Wünsche und Anregungen formulieren. Zunächst war man skeptisch, ob davon Gebrauch gemacht würde. Die Bürger waren aufgerufen, die Rückmeldungen in die Briefkästen der CDU-Vorsitzenden einzuwerfen, sich zu beteiligen bzw. für die Veranstaltung anzumelden. Wir hatten um Anmeldung gebeten, weil wir danach bei einem kleinen Empfang noch die Möglichkeit zu Gesprächen bieten wollten. Von der Resonanz waren wir überrascht. Wir hatten 42 Anmeldungen für den Abend und 32 Antworten unserer Bürger, die in einer Arbeitsgruppe ausgewertet wurden. Es waren zum Teil Hinweise für die Arbeit im Hinblick auf die Kommunalwahl 2014.

Am Abend waren in der Bildungsstätte 51 Gäste. Die Presse hatte unsere Einladung angenommen und war vertreten. Der Abend verlief sachlich, in angeregten Gesprächen und Diskussionen. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des CDU Ortsverbades Brehme, Krystof Gregosz, referierte der CDU-Generalsekretär Dr. Mario Voigt MdL. Er begann mit dem Thema: Nach dem Solidarpakt – Kommunale Finanzen im Umbruch.

Dabei ging er natürlich auf den neuen kommunalen Finanzausgleich ein, sprach von wegfallenden  Geldern der EU und der Neuordnung des Länderfinanzausgleiches.

Eine Analyse zum Thema VG oder Landgemeinde – Entwicklung in Thüringen brachte MdL Gerold Wucherpfennig in seinem Redebeitrag vor. Dabei ging er auch auf das Expertengutachten zu Funktional- und Gebietsreform ein. Wucherpfennig betonte, dass die CDU keine Gebietsreform von oben wolle, weil man die kommunale Familie und die Selbstverwaltung achte. Jedoch verwies er mehrfach auf einen Entschließungsantrag der CDU von 2011. Darin wird die VG als Auslaufmodell und in der Verwaltung als nicht zukunftsfähig betrachtet. Zudem sei der Bestandsschutz der VG aufgehoben.

Damit hatte Horst Dornieden, Vorsitzender der VG Lindenberg/Eichsfeld, sein Stichwort. Er ging im nächsten Programmpunkt auf das uns alle bewegende Thema Lebenswelt im Umbruch – Demographie und regionale Entwicklung ein. Man habe mit ca. 600 Einwohnern weniger seit 1994 innerhalb der VG ein kleines Dorf verloren. Dornieden, der sich sehr für eine Landgemeinde einsetzt, machte auch deutlich, wie hoch der Einnahmeverzicht der Dörfer ist. 438.000 Euro bekommt die VG allein in diesem Jahr weniger, weil die Schlüsselzuweisungen einer VG geringer sind als bei einer Landgemeinde.

Im abschließenden Referat ging Aleksander Maksimow, Chef der Firma McAirlaid´s, auf die wirtschaftliche Situation ein. Fachkräftemangel und steigende Energiepreise seien für seine Firma ein großes Problem. Am Standort in Berlingerode habe man die doppelten Kosten, wie in Virginia USA, wo McAirlaid´s ebenfalls produziere. Wichtig seien aber für ihn auch gerechte Löhne, so Maksimow. Nur so könne man dem Fachkräftemangel begegnen.

Schließlich wurde gespannt auf die Auswertung der Flyerrückläufer gewartet, die von René Wagner, Vorsitzender der CDU Hundeshagen, vorgetragen wurde. Besonders beschäftigt hat die Bürger die Schaffung von Radwegen, Infrastruktur, gerechte Löhne und Kosten für Kinderbetreuung. Alles Themen, die von den einzelnen Orten nur schwer umzusetzen sind. In einer Bündelung der Aufgaben könne man die Herausforderungen der Zukunft aber stemmen, so Horst Dornieden, der nochmals auf die Finanzsorgen der Kommunen einging. Kontrovers war die Diskussion zum Thema Landgemeinde. Einige Redner waren der Meinung, man könne einfach abwarten, bis das Land reagiere oder Vorgaben mache. Heiko Steineke, Bürgermeister der Gemeinde Großbodungen, widersprach dem energisch. Er berichtete von guten Erfahrungen, die mit der Gründung der Landgemeinde „Am Ohmberg“ gemacht wurden. Man sei leistungsfähiger, bürgernäher und könne in der Gemeinschaft mehr investieren.

Im Podium v.l.n.r.: Dr. Mario Voigt MdL, Horst Dornieden, Krystof Gregosz und Alexander Maksimov (Quelle: TA Sigrid Aschoff):